Controller

Als Interaktionsmöglichkeit resp. Inputgeräte sind Tastatur und Maus in Zusammenhang mit Virtual Reality, insbesondere VR-Headsets, in den meisten Fällen eher ungeeignet und unpraktisch (beispielsweise sieht man die Tasten nicht). Daher gibt es eine Vielzahl von Inputgeräten oder Controllern, die für einen bestimmten Zweck entworfen sind.

Gerade im Bereich des Gamings, zurzeit der Hauptverwendungszweck für VR-Headsets wie die Oculus Rift, ist die Vielfalt gross. Je nach Videospiel und Anwendung können gängige Controllerarten wie Joystick, Gamecontroller, Gaming-Lenkräder, etc. verwendet werden. Dadurch ist die Position der Hände jedoch mehr oder weniger statisch und die vorhandenen Trackingmöglichkeiten werden nicht genutzt.


Können jedoch auch die Bewegungen der Hände (und Arme) auf die virtuelle Umgebung übertragen werden, ist der Immersionseffekt noch höher. HTC und Oculus bieten dazu als Hersteller gleich ihre eigenen VR-Controller an, der Vive Controller resp. Oculus Touch Controller. Zur Bedienung wird dabei je ein Controller in der linken bzw. rechten Hand gehalten. Da beide Controller mit dem jeweiligen Positionstracking-System kompatibel sind, kann in der virtuellen Umgebung mit den Händen interagiert werden.

Der Vive Controller ist grösser und besitzt neben einigen Knöpfen, die eine bestimmte Funktion übernehmen können, ein berührungsempfindliches Multifunktions-Trackpad. Zudem kann der Controller auch haptisches Feedback  geben (haptisch = den Tastsinn betreffend).

Der Vive-Controller von HTC. Gut erkennbar ist das im Vergleich zu anderen Buttons grosse Trackpad in der Mitte.

Die Oculus Touch Controller sind wie ein Paar Handschuhe individuell für die linke und rechte Hand geformt. Sie sind etwas kleiner im Vergleich und besitzen anstatt eines Trackpads einen kleinen beweglichen Stick. Durch die angepasste Form und je eine Taste am Zeige- und Mittelfinger können u.a. Greifbewegungen mit der Hand besonders realistisch simuliert werden.

Die Oculus Touch Controller. Die Tasten für den Zeige- und Mittelfinger sind hinten resp. auf der Seite des Controllers angebracht.

Als Alternative zu diesen Controllern gibt es sogenannte Data Gloves, wie z.B. das Manus VR Development Kit. Diese werden wie normale Handschuhe angezogen und können sogar jeden einzelnen Finger tracken. Haptisches Feedback in Form von Vibration ist ebenfalls integriert.

Die Data-Gloves von Manus VR, zurzeit nur als Development Kit erhältlich.

Je nach Anwendungszweck bedeutet das “freie” Fingertracking beträchtliche Vorteile gegenüber klassischen oder VR-Controllern, zurzeit ist das allerdings noch Zukunftsmusik, da es noch keine ausgereiften Modelle gibt (wenn auch nicht mehr weit davon entfernt).


Ein interessantes Konzept stellen die sogenannten VR Treadmills dar. Wie der Name schon sagt, sind das spezielle „Laufbänder“ für Virtual Reality, mit denen man in jede Richtung (omnidirectional) laufen kann. Dadurch kann man sich in der virtuellen Welt aus eigener Kraft in jede  Richtung bewegen, die man möchte. Das Erlebnis wirkt dadurch noch realer, die Immersion ist sehr hoch.

Das Problem mit der Bewegung bei VR sonst ist, dass man nur einen begrenzten Raum (ein paar wenige Quadratmeter) zur Verfügung hat und nicht weite Distanzen laufen kann – ohne dass entweder die Kabel  ausgehen, man in eine Wand läuft oder einfach aus dem Bereich des Trackings fliegt.

Daher wird die Fortbewegung gerade in Videospielen meist über herkömmliche Controllerinputs gesteuert: Laufen durch Bewegen eines Sticks, etappenweises Teleportieren im Stil von Google Street View oder gar automatische Bewegung auf fest definierten Pfaden).

Ein VR-Treadmill von Virtuix Omni. Bei Demonstrationen werden sie oft in Kombination mit Ego-Shootern und Waffen-Controllern vorgeführt, da in diesen Spielen viel Bewegung nötig ist.

Es gibt noch keine marktreifen VR-Treadmills, nur Prototypen für z.B. Entwickler. Der Projektstart solcher Prototypen und Entwürfe wird, wie zu Anfang bei den VR-Headsets, meist über Crowdfunding (Kickstarter) finanziert. Beispiele dafür sind das Virtuix Omni und der Cyberith Virtualizer.