Computer

Der Computer dient im Zusammenhang mit Virtual Reality, insbesondere in Bezug auf ein System mit VR-Headset als „Rechenzentrum“. Denn die verschiedenen Signale zwischen Computer und Headset (Display), Sensoren, Trackingeinheiten, Controllern, etc. müssen praktisch in Echtzeit empfangen, verarbeitet und zurückgesendet werden. Die Latenz muss dabei möglichst gering sein, also im Bereich von rund 10 Millisekunden, nur so ist das Erlebnis für den Benutzer realistisch und ohne Nebenwirkungen. Insbesondere der Grafikprozessor (GPU) macht dabei einen Grossteil der rechenintensiven Arbeit, indem er laufend die dreidimensionale, virtuelle Umgebung in hohen Auflösungen und möglichst vielen Bildern pro Sekunde (FPS) rendern muss.

Dementsprechend sind die Anforderungen an ein kompatibles System mit diesen Headsets eher hoch, besonders was die Grafikkarten angeht. So waren für die beiden Headsets HTC Vive und Oculus Rift Grafikkarten der (mittlerweile) damaligen neusten Generation im High-End-Bereich notwendig (z.B. Nvidia Geforce GTX 970).

Die Resultate einer auf GPU ausgelegten Benchmark, welche die Leistung in stark fordernden Simulationen misst. Der getestete PC erfüllt die Anforderungen von Oculus Rift knapp – man beachte dass rund 80% der getesteten PCs mit dieser Benchmark schlechter abschneiden, was die hohen Anforderungen verdeutlicht. Interessant ist auch der Vergleich zu einem gewöhnlichen Laptop oder Bürocomputer.

Oculus konnte unterdessen die Anforderungen etwas senken (→ GTX 960), zudem ist das Einsteigermodell der neusten Grafikkarten-Generation (GeForce GTX 1050Ti) auch schon  kompatibel.

Bei Systemen wie z.B. der PlayStation VR oder der Samsung Gear VR ist lediglich die Plattform eine andere – das entsprechende Gerät übernimmt da die Rolle des Computers – Smartphones oder Spielkonsolen sind ebenfalls „Computer“ – wenn auch nicht mit (ganz) vergleichbarer Leistung.

Die Samsung Gear VR (hier ohne Deckel) braucht keinen PC, das eingelegte Smartphone liefert Bild, Ton und die Sensoren.

Auf CAVE Systeme treffen gegebenenfalls vollkommen andere Anforderungen zu, da können z.B. je nach Aufbau auch mehrere Computer beteiligt sein. Genauso sind bei semi-immersive und non-immersive VR sind die Anforderungen je nach Anwendungsfall unterschiedlich, die Gemeinsamkeit des Computers als zentrale Recheneinheit, welche die virtuelle Umgebung überhaupt erst bereitstellt, bleibt jedoch.