Visuelles Marketing

Immer mehr wird erkannt, dass VR nicht nur „eine nette Spielerei“ ist, sondern mehr als nur Unterhaltung zu bieten hat und auch in anderen Bereichen wie Marketing auf sinnvolle Weise eingesetzt werden kann. Ein Beispiel dafür ist die Automobilindustrie, welche das Potenzial schon längst erkannt hat.

So hatte Volvo bereits 2014 im Zuge der Markteinführung ihrer neuen Luxus-SUV-Klasse XC90 eine Möglichkeit zur virtuellen Testfahrt in diesem Modell angeboten – dies über ein Smartphone in Kombination mit Google Cardboard. Eine in echt durchgeführte Fahrt wurde aus dem Innenraum im 360°-Videoformat aufgezeichnet und konnte danach in Virtual Reality nacherlebt werden.

Etwa gleichzeitig stellte Audi ihre neuste Generation des Audi TT vor und verwendete ebenfalls die VR-Technologie der Oculus Rift, um eine Erlebnisfahrt in diesem Fahrzeug zu präsentieren.

Die Premiummarke Infinity hat am diesjährigen Genfer Autosalon ein VR-Erlebnis angeboten, in dem ebenfalls ein neues Modell (INFINITI Q50) in einem fotorealistischen Umfeld erkundet werden konnte. Dafür wurden spezielle HTC Vive Headsets, Bose Sound-Systeme mit Geräuschfilterungstechnologie, und PC-Rucksack-Systeme für VR (XMG Walker VR), welches einem erlaubt, sich frei zu bewegen, eingesetzt. Nach dem Autosalon wurde das dieses VR-Erlebnis sogar auf der Spieleplattform Steam veröffentlicht, damit dies auch jeder zu Hause nachholen kann.


Auch in anderen Branchen wird bereits Virtual Reality für Marketing eingesetzt. Die genannten Beispiele für 360°-Inhalte (Sport, Musik) sind nicht nur zur Unterhaltung gedacht, sondern auch zu Werbezwecken erstellt worden. Nicht zuletzt sind es meistens die Marketingabteilungen der Unternehmen, die solche Projekte umsetzen. Dies kann Werbung für ein Konzert eines Künstlers sein (z.B. Paul McCartney Live-Concert in 360°), für einen bestimmten Sportanlass (Alpine Abfahrt in Kitzbühel) oder für einen neuen Kinofilm sein. Letzteres hatte Disney vor zwei Jahren als Promotion für den siebten Star Wars Film gemacht, als sie ein 360° Video veröffentlicht haben, in dem man durch die neuen Filmlandschaften flog.

Auch Coca-Cola, eine der bekanntesten Marken weltweit, hat bereits mithilfe von VR spezielle Werbeinhalte produziert. Besonders für resp. an Weihnachten betreibt Coca-Cola seit vielen Jahren weltbekannte Werbung, wie z.B. die mit dem Coca-Cola-Truck. 2015 hat Coca-Cola zu dem Thema in Polen eine Rentier-Schlittenfahrt in Virtual Reality kreiert. Vor allem Kinder nutzten die Gelegenheit, um das zu erleben, wenn der berühmte Coca-Cola-Truck gerade in der entsprechenden Stadt zu Besuch war.

McDonalds, ebenfalls ein globales Unternehmen mit weltbekannter Marke, hat 2016 in Schweden anstatt eines klassischen Spielzeugs, eine eigene Version eines VR-Headset-Cardboards als Happy Meal-Überraschung verkauft. Das Besondere dabei war, dass man das Cardboard aus der Happy Meal Box basteln konnte. Als Spielinhalt für das Cardboard kam das Ski-Spiel Slope Stars mit.


Zumindest im Marketing-Bereich wurde das Potenzial von VR also schon längst erkannt. Virtual Reality wird nicht überall und „flächendeckend“ eingesetzt, d.h. es ersetzt nicht unbedingt bekannte Werbeformate. Vielmehr kommt es dann zum Einsatz, wenn es einen besonderen Mehrwert bieten oder einen Unterschied ausmachen kann, indem es zum Beispiel ein aufregendes Erlebnis bietet. Der Kernaspekt dabei ist, etwas Besonderes zu erschaffen, herauszustechen und sich damit gegenüber der Konkurrenz zu differenzieren.